Erkundung des Holzbachs

31.03.2007

 

 

Die gestalterische Kraft des Wassers wird nur durch Vulkane übertroffen. Das Gesicht der Erde wird über lange Zeiträume durch Regen und Fließgewässer ständig neu geformt und abgetragen. Diese Fähigkeit kann man auch an kleinen Bächen beobachten. Der Holzbach entspringt unterhalb von Rottmannsberg und folgt ab dem Ziebelberg einem breiten Tal, das er in der Vergangenheit wahrscheinlich selbst gegraben hat.

 

Allerdings ist der Bach nicht ständig mit Wasser gefüllt. In den trockenen Sommermonaten versiegt er völlig. Er kann aber bei Wolkenbrüchen im Ortskern von Unterbrüden innerhalb kürzester Zeit zu heftigen Überschwemmungen führen. So wurde  2005 der Keller des Rathauses komplett geflutet, was bedeutende Sachschäden verursachte.

 

     

Wie zu jedem NAJU-Treffen treten wir zunächst zu einem Begrüßungskreis zusammen um danach aufzubrechen. Beginnend am Feuerwehrgerätehaus stoßen wir schnell auf die ersten Pflanzen des Frühlings: Anemone (oder Buschwindröschen) und Scharbockskraut

 

Typische Bäume des Bachufers sind Weiden und Schwarzerle. Der Schwarzerle kommt eine spezielle Aufgabe bei der Befestigung des Uferrandstreifen zu. Das Holz ist extrem nässeunempfindlich. So können die Wurzen ins Wasser ragen ohne zu faulen. So gelingt es das Erdreich vor der Kraft des Wassers zu schützen.

 

Interessant ist es die Staubgefäße der Weidenkätzchen durch eine starke Lupe zu betrachten.

 

Die unterschiedliche Gestalt der Efeublätter verblüfft den Betrachter. Junge Blätter sind lang und schmal. Erst mit fortschreitendem Alter bildet sich die typische Efeu-Form aus. Achtung: Alle Pflanzenteile des Efeu sind giftig

 

  

Spannend ist die Begehung des Bachbettes. Auf Schritt und Tritt gibt es für aufmerksame Augen was zu entdecken. So hat Schwemmholz und Schlamm den ursprünglichen Bachlauf blockiert. Das Wasser hatte vor wenigen Tagen begonnen das Hindernis zu umfließen und ein neues Bachbett auszubilden. Die Buntspechte können hier die Arbeit des Wassers direkt beobachten.

 

Sofie ist ein Glückspilz. Sie hat ein sehr gut erhaltenes Blattgerippe gefunden. Vorsichtig darf es sich jeder anschauen.

 

Traurig hingegen war der Fund eines toten Mäusebussards im Bach. Aber den Kinder wird trotz allen Forscherdrangs sofort verboten den Vogel anzufassen. Zum einen besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung und zum anderen müssen die Kinder lernen die Natur so zu akzeptieren, wie sie ist und nicht einzugreifen. Und so blieb das arme Tier dort, wo es gestorben ist.

 

  

 

Ein großer Holzstapel lädt zum Jahresringe zählen ein. Micha bestimmt das Alter seine Astes auf 34 Jahre.

 

Das Ziel des Ausflugs ist eine große Wiese mit Schlüsselblumen und Veilchen. An der Verdohlung des Bachlauf ist das Wasser besonders tief. Marc weiß es auf den Zentimeter genau zu berichten. Er ist reingefallen.

 

Neben einer turbulenten Bootsregatta können zur Entspannung auch Osterkränze geflochten werden. Sofie ist darin Meister.

 

  

Zwischenzeitlich ist es schon spät geworden. Es wird Zeit im Eiltempo den Rückweg anzutreten. In spielerischen Jagd ist die Distanz zum Feuerwehrgerätehaus schnell zurückgelegt.